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Informationzum geplanten Quarzsand –Neuaufschluss „Unterste Läger“Gemarkung Fuldatal / Rothwesten -Flur 10 Flurstück 45 Landkreis Kassel

Der Rahmenbetriebsplan sieht einen Tagebau direkt angrenzend an die Wohnbebauung von Gut Eichenberg mit einer Fläche von 8,4 Hektar vor. Die Reinheit des Quarzsandes soll bei 99,8 % liegen.  In der Theorie geht man von 615.000 m³ Gesamtvolumen des zu schürfenden Quarzsandes aus. Die jährliche Schürfmenge wird mit ca. 50.000 m³ angesetzt und es ist eine Schürf-und Renaturierungszeit von 13 Jahren -verlängerbar auf 20 bis 25 Jahre- vorgesehen. Der Sandabbau ist zunächst bis auf 260mNN beantragt, was bei der Topographie des Geländes eine Schürftiefe von 5m bis 23m bedeutet. Das Areal des Tagebaus soll in vier Abschnitte unterteilt werden, die nacheinander abzuarbeiten sind. Jeder Abschnitt (soweit die Theorie) sollte nach dem Schürfen zuerst renaturiert werden, bevor der nächste Abschnitt begonnen wird - diese Information stammte aus einer Bürgerversammlung. Die Verkehrsbelastung soll bei 3 LKW pro Stunde liegen und die Rückverfüllung hat ausschließlich mit unbelastetem Bodenaushub der Güte Z 0 zu erfolgen. Die Sandfeuchte ist mit 5% angegeben und falls das Staubungsverhalten es erfordert ist der Abbau notfalls zu bewässern. Die Zufahrt zum Tagebau ist an der nördlichen Ecke des Areals angedacht. Eine besondere Reinigung der LKW-Räder -beim Verlassen des Tagebaus- ist nicht vorgesehen, da man davon ausgeht, dass sich anhaftender Sand oder andere Bodenreste bereits durch das Abrollen der Räder auf dem Weg bis zur Straße K41 hin abgelöst haben und dadurch die Straße nicht verunreinigt wird. Als Abnehmer des Quarzsandes werden Glashütten entlang der Weser genannt. Lärmimmissionen werden mit 60 dB(A) am Tag und 45 dB(A) in der Nacht angeben.

Transportwege an die Weser/Wege für die Rückverfüllung

 

Nun kommen die Fuldataler Ortsteile ins Spiel, denn um den Quarzsand zu den Glashütten an der Weser zu liefern, sind Routen durch die Ortsteile notwendig.

 

Rothwesten

Kreisstraße 41

Gerhardt-Hauptmann-Straße (optional)

Eichenberger Straße (optional)

Holzhäuser Straße (L3232

 

Simmershausen

Rothwestener Straße (L3232)

Kasseler Straße (K37)

Bergstraße

Wahnhausen

Wilhelmshäuser Straße (B3)

 

Wilhelmshausen

Mündener Straße (B3)

 

Knickhagen
(topographisch wohl eher unwahrscheinlich,
aber dennoch denkbar)

Am Fliegerhorst

Vor dem Wiedehagen

Erlenbuschstraße

Osterbachstraße

 

Insofern werden die dortigen Anlieger ebenfalls in erheblichem Maße von Lärm und Dreck belastet. Gleiches gilt natürlich für das Heranbringen des Füllmaterials

Faktencheck
 

Gegenüberstellung der im Rahmenbetriebsplan aufgeführten Daten, der in einer Bürgerversammlung mitgeteilten Informationen und der sich daraus ableitenden Realität.

Fazit

Der Tagebau wird nicht wie propagiert 13 Jahre dauern sondern unter optimalsten Bedingungen mindestens 26 Jahre. Erfahrungsgemäß verzögern sich derartige Projekte grundsätzlich um 10 bis 20 Jahre, sodass von einer realen Schürf- und Renaturierungszeit von 35 bis 40 Jahren auszugehen ist.

Ein Tagebau stellt kein kontinuierliches Geschäft dar und es kommt immer wieder aufgrund mangelnder Nachfrage zu Verzögerungen, was uns im Gespräch mit der Bergaufsicht bestätigt wurde.

Der Faktor Zeit ist in einem solchen Verfahren untergeordnet und für die Genehmigung faktisch irrelevant. Das daraus eine über Jahrzehnte hinweg andauernde Belastung der Anwohner und Anlieger der Fuldataler Ortsteile erwächst, ist im Bergrecht nebensächlich.

Die Gemeinde Fuldatal wird aus dem Projekt Gewerbesteuereinnahmen generieren, sie hat aber durch die Instandhaltung der Straßen weitaus höhere Kosten zu tragen.

Insoweit bringt das Projekt ausschließlich dem Unternehmer und der Eigentümerin der Ackerfläche einen finanziellen Ertrag. Die Fuldataler Bürger halten den Kopf hin und tragen zusätzlich -wie die übrigen Steuerzahler auch- die Kosten für die Instandsetzung der kaputt gefahrenen Infrastruktur.

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Reelle Daten

Wie sehen jetzt die Fakten aus?
 

Wenn wir davon ausgehen, dass über die 13 Jahre gleich bleibend gearbeitet werden kann (auch im Winter), der Quarzsand über das gesamte Abbaugebiet die angegebene Reinheit behält, sich kontinuierlich veräußern lässt, lässt sich der Abbau mit drei LKW-Fahrten pro Stunde (beim Einsatz von 5-Achsern mit einer Nutzlast von 26t.) realisieren. Vergessen wurden hierbei nur die zusätzlichen drei Leerfahrten zur Grube hin, um Sand zu holen. Also sind hier schon mindestens sechs Fahrten notwendig –im Schnitt alle 10 Minuten eine. Rechnet man dies hoch auf einen achtstündigen Arbeitstag, wobei ein zehnstündiger Arbeitstag angesetzt ist, um einen Sandvorlauf generieren zu können, fallen mindestens 48 LKW-Fahrten pro Wochentag allein für den Abtransport des Sandes für 13 Jahre an. Demzufolge sind weitere 48 LKW-Fahrten pro Wochentag für das Heranfahren des Füllmaterials (Güte Z0) für nochmals 13 Jahre notwendig. In der Summe ist also davon auszugehen, dass eine Renaturierung bei optimalem Verlauf frühestens nach 26 Jahren abgeschlossen sein kann. Erfahrungsgemäß verzögern sich solche Projekte immer um 10 bis 20 Jahre, daher ist auch von vornherein die Schürf-und Renaturierungszeit von Seiten des Regierungspräsidiums auf 20 bis 25 Jahre verlängerbar, was aber in der Summe auch nicht reicht.

 

Pro LKW-Fahrt lassen sich rund 26t / 2,65 t/m³ = 9,8m³ Quarzsand aufnehmen.

Gesamtvorkommen des Quarzsandes ca. 615.000m³

 

Notwendige LKW-Fahrten zum Schürfen:

615.000m³ / 9,8m³ = 62.755Fahrten

Leerfahrten zum Tagebau hin = 62.755 Fahrten

Notwendige LKW-Fahrten zur Renaturierung:

615.000m³ / 9,8m³ = 62.755 Fahrten

(Bei Annahme gleicher Dichte Quarzsand und Füllmaterial)

Leerfahrten vom Tagebau weg = 62.755 Fahrten

 

Gesamtsumme = 251.020 Fahrten

 

251.020 Fahrten / (220 Arbeitstage x 8 Std./Tag x 26 Jahre) = 5,48 Fahrten / Std.

 

Fazit:

Somit sind rund 6 Fahrten pro Stunde über einen Zeitraum von 26 Jahren notwendig.

 

Die Berechnung legt den Einsatz von 5-Achser LKW`s mit einem  zulässigen Gesamtgewicht von 40t und einer Nutzlast von ca. 26t zugrunde.

 

Anmerkung:

Kommen kleinere LKW zum Einsatz, verlängert sich die Schürf-und Renaturierungszeit entsprechend.

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