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Das unter Ensembleschutz stehende, Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Gut Eichenberg gehört zur Gemeinde Fuldatal-Rothwesten, wenige Kilometer nördlich von Kassel gelegen. Gut Eichenberg korrespondiert historisch, aber auch als Ensemble mit einer als Naturdenkmal ausgewiesenen Eichenallee, die entlang der seinerzeit zum Gut gehörenden Friedhofsanlage „Kirchhof Eichenberg“ führt. Zwischen diesen beiden zusammengehörenden Anlagen und schützenswerten Gütern ist geplant, auf einer Fläche von 8,4 ha Quarzsand abzubauen.
 

Eigentümerin dieses zur landwirtschaftlichen Nutzung verpachteten Areals ist die Evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck (EKKW).

Aktueller Stand:

 

Umso bestürzter haben die Anwohner von Gut Eichenberg im Mai 2020 davon Kenntnis erhalten, dass ein erneuter Versuch von einem Unternehmer (Containerdienst, Kies- und Sandhandel) aus Hofgeismar unternommen wird, auf derselben Fläche Quarzsand abzubauen.

 

Die Rechte für dieses Vorhaben hat er von der damals insolventen Firma Wielebinski erworben. Dieser Unternehmer hat nun auf der Basis des damaligen Rahmenbetriebsplanes einen neuen Antrag auf Abbaugenehmigung beim Bergamt Bad Hersfeld, das dem Regierungspräsidium Kassel untergeordnet ist, gestellt.

 

Wir, als Anwohner von Gut Eichenberg, wehren uns erneut gegen dieses desaströse Vorhaben.

 

Betroffen wären, bedingt durch die mit Quarzsand beladenen, bis zu 40 t schweren Lkws (ca. 48 Fahrten pro Tag hin und zurück), außerdem die Einwohner der Gemeinden Fuldatal-Rothwesten, -Simmershausen, -Wahnhausen sowie – Wilhelmshausen.

(siehe Details - Transportwege)

 

Über mindestens 3 Jahrzehnte hinweg wären die Anwohner durch Lärm und Emissionen über die Maßen belästigt und in ihrer Gesundheit enorm beeinträchtigt. Das gesamte Ökosystem würde deutlich gefährdet.

(siehe Fotos und Videos)

 

Es wird in letzter Instanz wieder von der Entscheidung der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck abhängen, ob dieses Vorhaben umgesetzt wird.

Zu den Anwohnern:

 

Auf Gut Eichenberg ist das bekannte und hoch frequentierte Pferde-/Reiter-Ausbildungszentrum Pro-Ride (ehemals Reitsportzentrum) sowie die öffentlich geförderte Jugendhilfeeinrichtung „Respekt – Haus der eigenen Wege“ (ehemals Schullandheim) ansässig.

 

Diese beiden Einrichtungen wurden von den Betreibern im guten Glauben erworben, dass das Thema „Quarzsandabbau“ aufgrund der Entscheidung der EKKW in 2014 endgültig entschieden ist.

 

Die naturnahe und ruhige Lage von Gut Eichenberg waren der entscheidende Aspekt für den Kauf und die damit verbundenen hohen Investitionen in den Erhalt und die Nutzbarmachung der historischen Liegenschaften...

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Zur Vorgeschichte:

 

2010 leitete das Unternehmen „Containerdienst Wielebinski, Fuldatal, bei dem Regierungspräsidium Kassel, Bergaufsicht, das Genehmigungsverfahren zum Abbau von Quarzsand angrenzend an die Liegenschaften von Gut Eichenberg ein.

 

Aufgrund der Flächengröße unter 10 ha handelt es sich laut Bergrecht um ein Verfahren ohne Öffentlichkeitsbeteiligung.

 

Dennoch kämpften die direkt betroffenen Anwohner sowie auch betroffene Bürger in der Umgebung bis 2014 darum, dieses Vorhaben zu verhindern. Das damalige Schullandheim Gut Eichenberg sowie das ansässige Reitsportzentrum waren in ihrer Existenz bedroht.

 

Durch das besonnene und einsichtige Verhalten der EKKW, diese Fläche nicht an das Unternehmen Wielebinski zu verpachten, konnte großer Schaden für Mensch, Tier und Natur abgewendet werden, wofür wir als unmittelbar Betroffene bis heute sehr dankbar sind

(Flyer HNA von 2014)

Zum Umland:

 

Das Gebiet um Gut Eichenberg zählt zu einem beliebten Naherholungsgebiet. Unter anderem führt der gern genutzte Kassel-Steig direkt an der geplanten Sandgrube, die bis zu 23 m tief wäre, vorbei. Er verläuft über einige 100 m entlang der historischen Eichenallee und dem denkmalgeschützten „Friedhof Kirchhof Eichenberg“. Täglich wird dieser Weg von vielen Menschen aus der Umgebung zum Wandern, Fahrrad fahren, Walken oder Spazierengehen mit Kindern oder Hunden genutzt.

 

Gerade in der schwierigen Zeit der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Kontaktsperre haben u.a. viele Familien mit Kindern diese idyllische Landschaft, wo Reh und Hase sich noch „Gute Nacht“ sagen, für Unternehmungen in der Natur genutzt.

 

Mit einer Sandgrube würde für lange Zeit die Tierwelt aus dem benannten Gebiet und weit darüber hinaus vertrieben werden.

 

Die Naturdenkmäler würden in ihrem Erscheinungsbild auf lange Zeit (mindesten 30 Jahre) vehement beeinträchtigt.

DSCI3384
DSCI3394
DSCI3440
DSCI3423
DSCI3445
DSCI3259
DSCI3464
DSCI3426
DSCI3224
DSCI3381
DSCI3410
DSCI3358
Gut Eichenberg / Fuldatal
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Fazit:

 

Aus den genannten Gründen appellieren wir an die Evangelische Kirche Kurhessen Waldeck, sich an die Werte und Pflichten gegenüber Gottes Schöpfung zu erinnern und an der Entscheidung von 2014 gegen den Abbau von Quarzsand endgültig festzuhalten.

(Link „Verantwortung wahrnehmen für die Schöpfung – EKD“, www.ekd.de/23006.htm)

 

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